Zitat des Tages
"Die Einkommensteuer hat mehr Menschen zu Lügnern gemacht als der Teufel." (William Rogers, am. Humorist, 1879-1935)
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Geschichte des Corps Saxo-Borussia Freiberg
Die Saxo-Borussia wurde 1842 als Regulativ zwischen den bereits an der Bergakademie bestehenden Corps Montania (gegr. 1821) und Frankonia (gegr. 1838) ebenfalls als Corps gegründet. Über diesen ersten Zweck hinaus fand sich hier schnell eine große Anzahl von Studierenden zusammen, so dass die sie noch bis zur Vormärzzeit ihre in der Freiberger Studentenschaft letztlich dominante Stellung in der Studentenschaft behaupten konnte. Infolge wirtschaftlich
und politisch schwieriger Zeiten wie auch einer Reihe ungeeigneter Mitglieder zerfiel das Corps 1847/ 48 wieder. Von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen verloren die bislang gewonnenen Mitglieder nicht nur den Bezug zueinander, sondern auch zu Freiberg, da sie sich entweder außerhalb Sachsens wie in Baden oder Preußen, oder sogar außerhalb Deutschlands wie in Böhmen, England, Australien, Chile oder Mexiko niederließen. Trotz gemeinsamen Studiums wählten diese Sachsen-Preußen alles andere als ein einheitliches Berufsbild;
stattdessen ist der Stand des Offiziers, Finanzbeamten, Gymnasialprofessors, Gerichtsassessors, des niedergelassenen Rechtsanwalts oder des Kurdirektors nachweisbar. Im Traditionellen verblieben beispielsweise der Chemnitzer Professor Eduard Böttcher (1829-1893), der Freiberger Professor sowie langjährige Rektor wie auch Mitentdecker des Elements Indium Theodor Richter (1824-1898) und nicht zuletzt auch der einflußreiche Markscheider Dr.Ing (e.h.) Carl Hermann Müller (1823-1907), in Sachsen weithin bekannt als
„Gangmüller“.
Wiederum als Regulativ zwischen den beiden genannten Corps Montania und Frankonia wurde sie 1859 gleichfalls durch Montania wiedergegründet, konnte sich aber lediglich bis kurz nach dem Preußisch-Österreichischen Krieg von 1866 halten. In dieser Phase fanden sich die später erfolgreichsten Studenten zusammen, von denen der Professor und langjähriger Rektor an der Hochschule für Bodenkultur in Mödling bei Wien Gustav Hempel (1840-1904), der Professor und
Rektor der Bergakademie Freiberg Theodor Erhard (1839-1919), der Professor an der Gewerbschule [heute TU] Chemnitz Max Diezmann (1840-1902), der bedeutende Mineraloge Professor Paul Heinrich Ritter v. Groth (1840-1927), der Metallurge Professor Curt Adolph Netto (1847-1909) oder auch Otto Eichhoff (1843-1904) als Neffe des Alfred Krupp zu nennen sind.
Das Freiberger Corps Teutonia (gegr. 1867) ermöglichte 1877 unter gleichzeitigem Eintritt in den „Weinheimer Senioren Convent“, einem überregionalen Zusammenschluß der Corps an Technischen Hochschulen, die nächste und mit kurzen Unterbrechungen dauerhafte
Wiedergründung. Erst Mitte der 1930er Jahre mußte die Saxo-Borussia als Folge der totalitären NS-Politik in ihrer traditionellen Form und ihren demokratischen Inhalten wegen aufgegeben werden. Die Weiterführung
als NS-Kameradschaft verfehlte insbesondere aufgrund der oktroyierten ideologischen Programmatik, aber auch der großen kriegsbedingten Verluste an jungen Mitgliedern die erhofften Ziele und ging zusammen mit dem Nationalsozialismus ohne jede bleibende Spuren unter. Von den bis 1935 gewonnenen Mitgliedern zeichneten sich mehrere gerade in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik durch führende Positionen in Wirtschaft und Forschung aus. Besondere Bedeutung erlangten die Freiberger Professoren Hans Matschak
(1901-1979) und der zugleich ehemalige Rektor der Bergakademie Freiberg Karl-Friedrich Lüdemann (1912-1967), der Leipziger Professor Helmut Berger (geb. 1913) oder auch die Stahlwerksdirektoren Friedrich Franz (1889-1969) und Karl-Heinz Zieger (1911-1982).
Da nach dem II. Weltkrieg eine Wiedergründung auf dem Gebiet der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik unmöglich war, schloß sich die Saxo-Borussia in der Bundesrepublik Deutschland unter Aufgabe ihrer Charakteristika 1951 mit der vorgenannten Freiberger Montania sowie zwei Dresdener Corps zur Saxo-Montania zusammen, und zwar an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen. Unter besonderer Mitwirkung des seit 1891 außerordentlich
eng befreundeten Clausthaler Corps Borussia (gegr. 1875) konnte die Saxo-Borussia im vereinigten Deutschland nun wieder in Freiberg Fuß fassen, und auf dem Gebiet der ehemaligen „DDR“ ist sie heute das erste und zugleich das älteste wiedergegründete Corps an einer Technischen Hochschule. Engere Beziehungen bestehen heutzutage zu den Corps Borussia Clausthal, Saxo-Montania Aachen, Rhenania Darmstadt sowie Marchia Greifswald. Jetzt, im Jahr 2007, begeht das Corps feierlich seinen 165. Stiftungstag und kann somit
nicht
nur auf eine lange, erfolgreiche Geschichte zurückblicken, sondern auch auf eine harmonische und gefestigte Gemeinschaft von derzeit über 130 Corpsbrüdern.

Impressionen Corpsgeschichte

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Carl Herrmann Müller (Leisnig 1823 - Freiberg 1907), Dr.-Ing.eh., sächsischer Markscheider, erster Dr.-Ing. der Bergakademie Freiberg
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Friedrich Julius Weiß (Annaberg 1824 - Marienberg 1880), sächsischer Markscheider
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Hieronymus Theodor Richter (Dresden 1824 - Freiberg 1898), Prof.Dr.phil., Mitentdecker des chemischen Elements Indium, letzter auf Lebenszeit gewählter Rektor der Bergakademie Freiberg
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Wolfgang Moritz Vogelgesang (Schmiedeberg 1826 - Mannheim 1888), Prof., Beamter im Fürstenhaus Fürstenberg in Donaueschingen, badischer Mineraloge und Geologe, Professor des Gymnasiums Mannheim
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Eduard Theodor Böttcher (Dresden 1829 - Dresden 1893), Prof., Rektor der Gewerbschule Chemnitz, heute Technische Universität Chemnitz
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Christian Hugo Theodor Erhard (Dresden 1839 - Freiberg 1919), Prof.Dr.phil., Rektor der Bergakademie Freiberg
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Ernst Gustav Hempel (Dresden 1842 - Putzmannsdorf 1904), Prof.Dr.phil., Lehrer an der Forstakademie Gießen, später Rektor der Hochschule für Bodenkultur in Wien, Forstmann, Fachliterat
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Carl Klausa (Tarnowitz 1840 - Breslau 1876), schlesischer Industrieller, Sohn des Industriellen Theodor Klausa (1805-1870)
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Max Diezmann (Leipzig 1840 - Chemnitz 1902), Professor an der Gewerbschule Chemnitz, heute Technische Universität Chemnitz, Sohn des Fachliteraten Johann August Diezmann (1805-1869)
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Paul Heinrich Ritter v. Groth (Magdeburg 1843 - München 1927), Prof.Dr.phil., Professor für Mineraloge an der Universität Straßburg und der Ludwig-Maximilians-Universität München, Vater von Otto Groth
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Curt Adolph Netto (Freiberg 1847 - Frankfurt/ Main 1909), Professor für Berg- und Hüttenkunde in Tokio, Wegbereiter für die industrielle Nutzbarmachung des Aluminiums
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Robert Max Herold (Gersdorf 1860 - Freiberg 1936), Dipl.-Ing., sächsischer Berghauptmann
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Max Friedrich Otto Gustav Zell (Lindow 1866 - Bad Brambach 1943), Dipl.-Ing. Dr.-Ing.eh, Ehrensenator der Universität Halle-Wittenberg, Salinen- und Bergwerksdirektor in Halle/ Saale, Direktor des ostelbischen Braunkohlesyndikats in Berlin
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Emil Münker (Isselburg 1869 - Berlin 1947), Dr.-Ing., Direktor der Gewerkschaft Schlesische Nickel und Vorstandsmitglied der Mansfeld A.-G.
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Friedrich Bernhardt (St. Ingbert 1878 - Berlin 1945), Generaldirektor in Königshütte, heute Chorzów
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Erich Edler v. d. Planitz (Oppitz 1876 - Berlin 1956), Generaldirektor des Dux'er Kohlenvereins
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Friedrich Wilhelm Schütz (Wurzen 1876 - Freiberg 1939), Dr.-Ing., Generaldirektor der Sächsischen Hütten- und Blaufarbenwerke
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Georg Hartmann (Kreuznach 1878 - Groß Ilsede 1932), Dr.-Ing. (eh), Generaldirektor der Hüttenwerke in Groß Ilsede
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Curt Johannes Conrad (Dössel 1878 - Munster 1965), Dipl.-Ing., Oberhüttendirektor in Breslau
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Paul Emmerich Richter (Chodau 1880 - Bayreuth 1973), Dr.-Ing., Inhaber und Direktor der Aktienbrauerei in Eger, bedeutender Bürger von Eger
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Walter Alberts (Hagen 1883 - Bochum 1948), Dipl.-Ing., Vorstandsvorsitzender des Bochumer Vereins
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Friedrich Wilhelm Franz (Olbernhau 1889 - Brandenburg 1969), Dipl.-Ing., Direktor des Stahlwerks Brandenburg, Träger hoher Auszeichnungen der DDR
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Franz Friedrich Johannes Schultze (Altenburg 1893 - Helmstedt 1963), Dr.-Ing. Dr.-Ing.eh, Bergwerksdirektor im Braunschweigisch-Helmstedtischen Braunkohlenrevier, Ehrenbürger der Technische Universität Clausthal, Träger des Großen Verdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland
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Gustav Adolf Berve (Dortmund 1891 - Heiligenhaus 1991), Dipl.-Ing., Vorstandsvorsitzender der Deutschen Eisenindustrie
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Hans Matschak (Ellbogen 1901 - Freiberg 1979), Prof.Dr.-Ing., Professor für Bodenmechanik und Wasserwirtschaft der Bergakademie Freiberg, Nationalpreisträger der DDR
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Karl-Friedrich Lüdemann (Lennep 1912 - Dresden 1967), Prof.Dr.-Ing., Professor für Eisenhüttenkunde und Rektor der Bergakademie Freiberg, Nationalpreisträger der DDR, Mitglied d. Präsidiums der Deutschen Akademie der Wissenschaft der DDR
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Karl-Heinz Zieger (Freiberg 1911 - Eisenhüttenstadt 1982), Dipl.-Ing., Hüttenchef der Kombinats Ost in Eisenhüttenstadt, Nationalpreisträger 1. Klasse der DDR
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Helmut Berger (geb. Dresden 1913), Prof.Dipl.-Ing., Ordinarius und Institutsdirektor des Lehrstuhls für Bodenmechanik der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig
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Rolf Fritz Toffel (geb. Herne 1933), Prof. Dipl.-Ing., Universitätsprofessor Baubetriebswirtschaftslehre TU Braunschweig
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Reinhard Schmidt (geb. Oberhausen 1946), Präsident d. Sächs. Oberbergamtes, Ehrenbürger und Honorarprofessor d. Techn. Universität Bergakademie Freiberg
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Frieder Cornelius Löhrer (geb. Aachen 1956), Dipl.-Ing., MBA, Vorstandsvorsitzender der Loewe AG |

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